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Fritz Winter. documenta-Künstler der ersten Stunde

13. November 2020 bis 21. Februar 2021
Neue Galerie, Museumslandschaft Hessen Kassel

 Mit seinem vielbeachteten Auftritt auf der ersten documenta 1955 wurde Fritz Winter (1905-1976) als einer der wichtigsten deutschen Vertreter der abstrakten Malerei bekannt. Im selben Jahr erhielt er den Ruf auf eine Professur an der Werkakademie in Kassel, wo er bis 1970 lehrte. Er arbeitete eng mit dem Gründer der documenta Arnold Bode zusammen und war zunehmend in die Entscheidungs- und Organisationsstrukturen der Großausstellung eingebunden.

Als ehemaliger Schüler von Paul Klee und Oskar Schlemmer am Bauhaus in Dessau war Winter unter den Nationalsozialisten als entartet diffamiert worden. 1949 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der „Gruppe der Gegenstandslosen“ ZEN 49 und galt in der Nachkriegszeit als wichtiges Bindeglied zwischen den künstlerischen Avantgarden der Vor- und Zwischenkriegsmoderne und dem postulierten Anspruch des westdeutschen Anschlusses an die internationale Kunstentwicklung.

Die Ausstellung wird Winters künstlerischen Weg und seine vielfältigen Verbindungen mit der documenta Stadt Kassel anhand signifikanter Kunstwerke nachzeichnen. Im Zentrum stehen die ersten drei documenta Ausstellungen 1955, 1959 und 1964, bei denen der Künstler mit bedeutenden Werkkomplexen vertreten war. Mit Fritz Winter gilt es, einen zentralen Protagonisten der frühen documenta-Geschichte wiederzuentdecken – und einen Maler, der die Sprache der gegenstandslosen Kunst in Deutschland seit den 1920er-Jahren maßgeblich erweitert hat.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation der Fritz-Winter-Stiftung an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit der Museumslandschaft Hessen Kassel und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Ausgestellt auf der ersten documenta 1955: Fritz Winter, Große Komposition (Wandlung II), 1953, Öl auf Leinwand, 160 x 190 cm © Fritz-Winter-Stiftung